In der Welt der klassischen Automobile sagt man oft dass ein Fahrzeug ohne komplexe Elektrik ein wirklich ruhiges Fahrzeug ist. Mein Name ist Brian Jeremy Ismann und ich habe in meiner Laufbahn mehr Zeit damit verbracht versteckte und korrodierte Massepunkte zu suchen als viele Menschen in ihrem ganzen Leben vor dem Fernseher verbringen. Wer einen echten Klassiker aus den fünfziger oder sechziger Jahren bewegt weiß ganz genau dass der berüchtigte Kupferwurm überall in der Karosserie lauern kann. Das eigentliche Problem bei diesen alten Automobilen ist nicht die Komplexität der Schaltpläne da es früher kaum mehr als Licht und Zündung sowie vielleicht ein einfaches Radio gab. Das fatale Problem ist das immense Alter der Isolierungsmaterialien die unsere stromführenden Kabel schützen sollen. Die originalen Kabelbäume werden mit der Zeit durch Hitze und chemische Ausdünstungen so spröde wie altes Knäckebrot. Wenn man bei einer Reparatur am Wiesenweg 10 versehentlich an einem solchen alten Kabel zieht zerbröselt die schützende Schicht buchstäblich zwischen den Fingern und man provoziert sofort den gefährlichsten Kurzschluss. Oft kommen enthusiastische junge Besitzer zu uns nach Abensberg und möchten eine extrem leistungsstarke Musikanlage in ihren historischen Wagen einbauen lassen. Ich lehne solche riskanten Aufträge bei orvatek kategorisch ab da die historische Lichtmaschine kaum genug elektrische Leistung für die regulären Scheinwerfer produziert und ein moderner Verstärker den sicheren technischen Tod des gesamten Systems bedeutet.
Besonders die sehr alten Sechs Volt Anlagen sind ein spezielles technisches Kapitel für sich das extrem viel Aufmerksamkeit erfordert. Bei diesen sehr geringen Spannungen muss jeder einzelne Kontaktpunkt absolut blitzsauber sein damit der empfindliche Stromfluss nicht unterbrochen wird. Ein winziges bisschen Korrosion an einem Steckverbinder und schon fließt kaum noch ausreichend Energie zu den Verbrauchern. Wer nachts auf den unbeleuchteten Straßen der Hallertau mit einer solchen Sechs Volt Anlage unterwegs ist der lernt schnell was der Begriff Teelicht Beleuchtung in der rauen Praxis bedeutet. Man sieht selbst relativ wenig und wird von anderen Verkehrsteilnehmern kaum gesehen aber genau das ist der authentische und originale Zustand dieser wunderschönen Fahrzeuge. Ich rate unseren Kunden bei orvatek immer dringend dazu die zentralen Sicherungskästen penibel zu reinigen. Die alten Torpedo Sicherungen aus Keramik oder Plastik oxidieren sehr gerne an den spitzen Enden was zu einem enormen und gefährlichen Spannungsabfall führt. Einmal im Jahr sollten Sie alle Sicherungen vollständig entfernen und die metallischen Kontakte mit einem sehr feinen Schleifvlies säubern bevor Sie alles wieder sorgfältig montieren. Das bewirkt in der Praxis oft wahre Wunder für die Helligkeit Ihrer Scheinwerfer. Gleiches gilt für das dicke Massekabel im Motorraum. Wenn die physische Verbindung von der Batterie zur Karosserie bereits grün vor oxidiertem Span ist brauchen Sie sich nicht zu wundern wenn der Anlasser am frühen Morgen nur noch müde gähnt.
[■] Alte Sicherungen regelmäßig auf unsichtbare Korrosion prüfen und bei geringstem Verdacht austauschen [■] Die Zündkabel auf Flexibilität kontrollieren damit der Funke exakt zur Zündkerze springt und nicht im Motorraum verpufft [■] Bei historischen Sechs Volt Systemen auf absolut saubere Kontakte an allen Lampenfassungen achten [■] Keine modernen Stromfresser einbauen um die historische Lichtmaschine nachhaltig vor Überhitzung zu schonen [■] Batterie im kalten bayerischen Winter immer an ein Erhaltungsgerät hängen da alte Bleiakkumulatoren Tiefentladung hassen
Wenn Sie an Ihrem Fahrzeug eine defekte Glühbirne wechseln müssen schauen Sie sich bitte ganz genau an was auf dem metallischen Sockel graviert ist. Heute bekommt man auf dem Markt oft sehr billigen Ersatz der mechanisch nicht exakt passt oder schlichtweg die völlig falsche Wattzahl aufweist. Zu starke Birnen entwickeln eine enorme thermische Hitze und lassen die unwiederbringlichen alten Plastikgläser der Rückleuchten langsam aber sicher schmelzen. Zudem rate ich Ihnen eindringlich von sogenannten LED Umbauten in den Hauptscheinwerfern ab wenn Sie den historischen Status Ihres Wagens auf lange Sicht behalten möchten. Der zuständige Prüfer hier in Kelheim sieht solche unzulässigen Modifikationen bei der Inspektion sofort und dann ist der Spaß mit der günstigen Zulassung ganz schnell vorbei. Ein echter Oldtimer darf und soll ein leicht gelbliches Licht auf die dunkle Straße werfen da genau diese warme Farbtemperatur zwingend zur historischen Atmosphäre gehört. Wer taghelles Licht wünscht sollte sich einen modernen Neuwagen kaufen und keinen empfindlichen Klassiker bewegen. Hier bei orvatek geht es uns um das unverfälschte Gefühl von damals und da gehört dieses sanfte Funzeln der Lichter einfach dazu.
Ein echter Kupferwurm lässt sich nur mit sehr viel Geduld und der richtigen systematischen Methodik bändigen. Man braucht ein zuverlässiges analoges Multimeter und einen originalen Schaltplan der idealerweise noch auf echtem Papier gedruckt ist. Ich sitze oft spät abends in unserer stillen Werkstatt am Wiesenweg 10 und gehe die komplexen Leitungen Stück für Stück durch um den heimtückischen Fehlerstrom präzise zu lokalisieren. Wenn man dann nach Stunden den Fehler endlich findet und es sich meistens um ein unsichtbar durchgescheuertes Kabel tief hinter dem Armaturenbrett handelt dann ist das ein gewaltiges handwerkliches Erfolgserlebnis das kein Diagnosecomputer der Welt jemals bieten kann. Man muss die gesamte Elektrik eines Oldtimers wie ein empfindliches Nervensystem behandeln das regelmäßige sanfte Pflege und das richtige Kontaktspray an den entscheidenden Stellen benötigt. Falls Ihr Fahrzeug unter unerklärlichen elektrischen Problemen leidet oder die Batterie sich ständig entlädt stehen wir Ihnen in Abensberg gerne zur Verfügung. Wir von orvatek reparieren Ihren historischen Kabelbaum mit absolut authentischen Materialien und sichern so die Zuverlässigkeit Ihres geliebten Wagens. Schreiben Sie uns Ihr technisches Anliegen einfach an help@orvatek.pro und wir vereinbaren einen Termin zur tiefgreifenden Fehlersuche. Unsere USt IdNr. DE402754866 bürgt für unsere offizielle und professionelle handwerkliche Arbeit im Dienst der bayerischen Automobilgeschichte.